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AI Coffee Go

Eine kostenlose Online-Session, etwa eine Viertelstunde, alle zwei Monate. Kerstin Lorenzen und Kristina Neurohr besprechen, was generative KI im Produktionsalltag verändert, gemeinsam mit der Medienanwältin Karolin Sannwald.

Die rechtliche Einschätzung kommt von Karolin. Kerstin und Kristina sprechen aus der Produktionspraxis, nicht als Anwältinnen.

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#2 Whitelisted Tools: Welche KI‑Tools dürft ihr für Kundenprojekte nutzen?

Bei jedem neuen KI‑Tool stellen sich zwei Fragen: Wo landen die Daten, und wer haftet, wenn etwas schiefgeht? Diese Folge erklärt, was „whitelisted" bedeutet, nämlich intern geprüfte Tools, freigegeben von IT oder Datenschutzbeauftragten. Ein nicht gelistetes Tool ist nicht automatisch verboten, aber das Risiko liegt dann bei euch.

Im Praxis-Check: Adobe Firefly, DSGVO-konform und ohne Training mit Nutzerdaten, aber nur für Enterprise-Accounts. Midjourney, kreativ stark, aber ohne EU-Server, ohne AVV und mit standardmäßig öffentlichen Prompts, für Kundenprojekte riskant. DALL·E über die API mit Trainingsausschluss, aber US-Server. Kling AI als chinesischer Anbieter ohne DSGVO-Konformität. ComfyUI lokal gehostet, ohne Cloud-Daten, dafür liegt die volle Haftung bei euch.

Goldene Regel: Vor jedem Tool-Einsatz fragen, wo die Daten landen und wer haftet.

#3 KI‑Kennzeichnungspflicht: Was müssen wir ab 2. August 2026 kennzeichnen?

Mit Karolin Sannwald als rechtlicher Stimme geht diese Folge der Frage nach, wen die Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 EU AI Act trifft, was gekennzeichnet werden muss und wie. Ein Deepfake ist laut KI‑Verordnung jeder KI‑erzeugte oder manipulierte Inhalt, der echten Personen, Orten oder Ereignissen ähnelt und fälschlich als echt erscheinen könnte, unabhängig davon, ob eine konkrete reale Person erkennbar ist. Texte sind nur kennzeichnungspflichtig, wenn sie öffentlichkeitsrelevant sind und keine menschliche Endkontrolle stattgefunden hat, echtes Gegenlesen, nicht nur Überfliegen. Die Kennzeichnung selbst muss für eine durchschnittliche Person klar erkennbar, wirksam und plattformübergreifend funktionieren, die genaue Formulierung ist dabei frei wählbar.

Goldene Regel: Könnte jemand glauben, dass das real ist? Dann kennzeichnen.

#4 Deepfakes: die rechtliche Grauzone

Gesichter tauschen, Stimmen klonen, Aussagen erfinden: Wo verläuft die Grenze? Die Folge unterscheidet drei Szenarien, den eindeutigen Face Swap oder Voice Clone auf fremde Aussagen, die Grauzone eines KI‑Characters mit erkennbarer Ähnlichkeit zu einer realen Person, und den sauberen Fall eines KI‑Characters ohne jede Ähnlichkeit.

Der Fall Bruce Willis und der RBB zeigt, dass die Stimme Teil des Persönlichkeitsrechts ist und ein KI‑Klon, der nur „so klingt wie", ein potenzieller Identitätsdiebstahl sein kann.

Für die Praxis werden drei Wege skizziert: fiktive Personas prompten, eine AI-Casting-Agentur nutzen, oder reale Personen mit ausdrücklichem Einverständnis zur KI‑Verwertung einsetzen.

Schutz ist auf drei Ebenen möglich, als Person, als Marke, als Produktionsunternehmen.

#5 Vertragsgestaltung bei KI‑Produktionen

Ein Kundenvertrag verlangt „alle Urheberrechte" am gelieferten Material, das Material ist aber KI‑generiert. Kann man übertragen, was man rechtlich gar nicht besitzt? Diese Folge geht Praxisfragen durch: Darf Kundenmaterial wie Logos oder geschützte Designs überhaupt als Prompt-Input hochgeladen werden? Was gilt, wenn eigene Leistung wie Retusche oder Compositing einfließt, hier kann das Gesamtwerk eigenes Urheberrecht behalten, auch wenn die reinen KI‑Teile schutzlos bleiben.

Und was tun, wenn der Kunde trotzdem auf Urheberrechtsübertragung besteht?

Die Antwort: Situation transparent machen, Nutzungsrechte anbieten, bei Bedarf an eine Anwältin verweisen.

Goldene Regel: Was ihr nicht besitzt, könnt ihr nicht übertragen. Schreibt in den Vertrag, was ihr wirklich leisten könnt.

#6 KI‑Haftpflichtversicherung

Eine Werbekampagne, komplett mit KI produziert, drei Tage nach Veröffentlichung meldet sich jemand: „Da erkenne ich mich wieder." Wer haftet? Für diese Folge war mit Marc Soiné ein Versicherungsexperte für die Kreativ- und Medienbranche bei Schäfer & Soine zu Gast.

Im Zentrum standen die Fragen, ob die eigene Versicherung KI‑Schäden überhaupt abdeckt, was eine Cyber-Police leistet, wenn KI‑Tools mit Kundenmaterial gefüttert wurden, und ob Soloselbstständige ohne eigene Server eine Cyber-Versicherung brauchen.

Die Folge macht deutlich, dass Versicherungsschutz bei KI‑Produktionen keine Selbstverständlichkeit ist, sondern aktiv geprüft werden muss.

#7 KI‑Kennzeichnungspflicht II: Wie kennzeichne ich richtig?

Die Fortsetzung von Folge 3, diesmal mit Fokus auf die konkrete Umsetzung vor dem Stichtag 2. August 2026.

Nicht ausreichend sind eine frühzeitige mündliche Information, eine kurze Einblendung oder ein Hinweis nur in der Videobeschreibung.

Zwei Beispiele machen den Unterschied greifbar: Der vollständig KI‑generierte Spot ohne echte Schauspieler ist kennzeichnungspflichtig, ebenso die hybride Produktion mit echtem Footage, sobald KI‑Hintergrund, KI‑Stimme oder KI‑Text den Gesamteindruck prägen.

Plattform-eigene Labels ersetzen dabei nicht die eigene Kennzeichnungspflicht.

Goldene Regel: Könnte jemand glauben, der KI‑Output sei real? Dann kennzeichnen, und regelmäßig prüfen, ob die Kennzeichnung zu jedem Zeitpunkt klar erkennbar bleibt.

#8 Wer haftet, wenn das KI‑Label fehlt?

Art. 50 EU AI Act gilt einheitlich ab 2. August 2026, kennzeichnungspflichtig sind realistischer KI‑Content wie Deepfakes und unbearbeitete KI‑Texte.

Als Standard dienen die kostenlosen offiziellen EU-Icons, veröffentlicht von der EU-Kommission im Juni 2026 als Teil des freiwilligen Code of Practice. Wer diesen Code unterzeichnet, bekommt eine Art Safe Harbor, wer eigene Lösungen nutzt, muss deren Gleichwertigkeit im Zweifel selbst belegen.

Das Gesetz regelt aber noch nicht eindeutig, wer innerhalb einer Lieferkette haftet, wenn die Kennzeichnung fehlt. Deshalb lautet die

Goldene Regel: Legt vor Projektstart vertraglich fest, wer kennzeichnet, und nehmt die KI‑Nutzung schriftlich in die Projektbestätigung auf.

#9 Urheberrecht an KI‑Outputs: Wem gehört das Bild?

Eine Solo-Folge ohne Karolin, dafür mit verstärktem Disclaimer im Housekeeping.

Ausgangspunkt ist wieder der Standardvertrag, der „alle Urheberrechte" verlangt, obwohl KI‑Output in Deutschland mangels menschlicher Schöpfungshöhe grundsätzlich nicht automatisch schutzfähig ist.

Was entsteht, sind Nutzungsrechte aus den AGB des jeweiligen Tools, kein Urheberrecht, weder bei euch noch beim Anbieter.

Die Folge erklärt, warum das kein Grund zur Panik ist: Die meisten Kunden wollen Nutzungsrechte, keine Rechtskonstrukte, und in der Praxis reicht das meistens völlig aus.

Querverweis auf Folge 6 für alle, die das Thema Haftung vertiefen wollen.

#10 KI‑Texte: Was nervt euch daran?

Wieder eine Solo-Folge ohne Karo und ohne Rechtsteil, dafür mit Community-Einstieg: Was nervt an KI‑Texten? Erwartbare Antworten sind Einheitsbrei, Austauschbarkeit, Dreiwortsätze, Gedankenstriche, Langeweile, kurz: AI Slop.

Die Folge geht der Frage nach, was Erkennungstools tatsächlich leisten und was nicht, und wann KI beim Schreiben wirklich hilft: erst selbst denken, dann öffnen, die Idee kommt von einem selbst, nur bei Themen, von denen man etwas versteht, mit klarem Kontext zu Zielgruppe und Zweck, erst selbst schreiben, dann zerlegen lassen.

Goldene Regel: Steht darin ein Satz, den nur ihr schreiben konntet?

#11 SUNO: Wie ist die Lizenzlage bei KI‑Musik?

Drei Wochen nach einem Kundenprojekt meldet sich die GEMA, die Musik kam von Suno. Karolin ordnet das Urteil des Landgerichts München ein: Suno hat sechs bekannte Songs, darunter „Atemlos" und „Rasputin", ohne Lizenz fürs Training genutzt, teilweise durch Umgehung von Schutzvorkehrungen, und die generierte Musik kam den Originalen zum Verwechseln ähnlich.

Verantwortlich ist laut Urteil der Anbieter, nicht der Nutzer, das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Bislang haben nur Warner Music und Bertelsmann Lizenzdeals mit Suno, Universal und Sony klagen weiter in den USA.

Für Kundenprojekte empfiehlt die Folge einen Ähnlichkeitscheck, Prompt-Dokumentation, Nutzungslizenz-Prüfung und vertragliche Absicherung der Haftungsrisiken, denn technischer Output schützt nie automatisch vor Urheberrechtsverletzungen.

#12 Warum eure KI‑Rechnung plötzlich explodiert

Die Kalkulation steht, die Produktion läuft, dann schlagen 4K-Render, gestiegene Creditpreise und die fünfte Feedback-Runde mitten im Projekt voll ein. „Das ist doch im Tagessatz drin?!" ist der Trugschluss dieser Folge: Höhere Renderqualität und teurere Credits fressen das Budget in Minuten, und am Ende zahlt die Produktion.

Im Zentrum stehen Token- und Credit-Logiken der gängigen KI‑Tools und wie Mid-Project-Änderungen die Kalkulation sprengen können.

Die Folge zeigt, wie man sich davor schützt, unter anderem durch realistische Preismodell-Kenntnis und Puffer für Feedback-Schleifen bereits in der Angebotsphase.

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